Der "richtige Mix" macht's
Kleine und mittlere Unternehmen nutzen hauptsächlich drei Finanzierungsquellen: Zuschüsse, Kredite und Eigenkapital. In der Praxis besteht die Kunst der Finanzierung darin, die optimale Zusammensetzung aus den gegenwärtig verfügbaren Finanzierungsquellen zu finden, denn Kreditangebote, Förderprogramme und Beteiligungsvoraussetzungen ändern sich permanent. Finanzierungskonzepte zu optimieren ist daher nicht immer einfach; nicht jede Finanzierungsquelle finanziert jede Art von Vorhaben, beliebige Kombinationen sind auch nicht möglich und man kann ein Unternehmen teuer oder preiswert finanzieren. Bei der Auswahl geeigneter Finanzierungsquellen gilt deshalb für Milliarden-Konzerne die gleiche Strategie wie für kleine und mittlere Unternehmen: „Verfügbare Finanzierungsquellen identifizieren und die besten zu einer optimalen Finanzierung kombinieren." Oder: Auf den "richtigen Mix" kommt es an.
Die "optimale" Finanzierung ist immer eine Frage der Ansprüche der Entscheidungs- träger. Bei Vorhaben mit Null Eigenkapital oder mit hohem Risiko, ist es schon ein optimales Ergebnis, überhaupt eine Finanzierung zu bekommen. In anderen Situationen bedeutet "optimal" möglichst wenig Stammkapital einer GmbH für eine Venture Capital Finanzierung abzugeben. Manchmal ist eine Finanzierung "optimal" wenn die Gesellschafter keine persönliche Bürgschaft für einen Kredit abgeben müssen. In einigen Fällen bedeutet "optimal" möglichst hohe Zuschüsse zu erhalten. Optimal ist also immer eine Frage, wie die Wünsche der entscheidenden Personen mit den Möglichkeiten der Finanzierungsquellen in Übereinstimmung gebracht werden können.
Eine Finanzierungsberatung kann alle Schritte von der Berechnung des Kapitalbedarfs bis zu den Verhandlungen mit den Finanzierungspartnern umfassen.
-
Schritte zur Finanzierung... mehr
-
Aktuelle Finanzierungsquellen... mehr
-
Businessplan... mehr
-
Referenzen... mehr
-
Links... mehr
Schritte zur Finanzierung
Die Akquisition von Kapital läuft in der Praxis in mehreren Schritten oder Phasen ab:
- Wünsche und Ideen der Gesellschafter und Geschäftsführer zur Finanzierung konkretisieren
- Erstellung der Finanzplanung und Bestimmung des Kapitalbedarfes
- Identifizierung und Auswahl geeigneter Finanzierungsquellen bzw. Finanzierungspartner
- professionelle Aufbereitung aller Unterlagen, insbesondere des Businessplans
- Bewertung des Unternehmens (bei Beteiligungsfinanzierungen)
- Ansprache potentieller Finanzierungspartnern (offen oder anonym)
- Verhandlungen mit den Finanzierungspartnern
- beratende Unterstützung wenn ein Unternehmen vom Kapitalgeber geprüft wird (due diligence)
Eine Finanzierungsberatung kann sich auf alle Schritte erstrecken. Dann reicht es nicht, Finanzierungsprogramme und Konditionen an den Mandanten weiterzugeben. Die oben genannten Schritte zeigen, dass ein Beratungsspektrum "rund um die Finanzierung" erforderlich ist. So werden im Rahmen der Beartung beispielsweise der Businessplan, die Finanzplanung und die Unternehmensstrategie diskutiert und oft überarbeitet. Gerade die Unternehmensstrategie ist die Grundlage, aus der die Details der Finanzplanung abgeleitet werden.
Oft tritt die Situation ein, dass kurzfristig zu prüfen ist, ob eine Finanzierungsquelle für ein spezielles Vorhaben in Frage kommt und wenn ja, worauf ist zu achten; das geht nur mit schnellen Vorabauskünften. Hier kommen persönliche Kontakte zu Banken, VC-Gesellschaften und Trägern öffentlicher Förderprogramme zum tragen. So vermeidet man vergebliche Antragsarbeit und spart vor allem eine Menge Zeit.
Aktuelle Finanzierungsquellen
Zur Finanzierung von bestehenden Unternehmen als auch von Gründungsvorhaben kommen immer verschiedene Finanzierungsquellen in Betracht. Sie müssen so ausgewählt werden, dass
- der erforderliche Kapitalbedarf gedeckt werden kann
- der zu erwartende Kapitaldienst leistbar ist
- die erforderlichen Sicherheiten beschafft werden können
- sie den Vorstellungen den Entscheidungsträger im Unternehmen entsprechen
Gute Erfahrungen wurden mit folgenden aktuell verfügbaren Finanzierungsquellen gesammelt:
- Beteiligungskapital von VC-Gesellschaften und MBGs
- Hightech Gründerfonds
- ProFIT von der IBB (nur in Berlin)
- ZIM vom BMWi (Zuschussprogramm)
- verschiedene Kreditprogramme der KFW
- Berlinkapital (IBB)
- EXIST-Gründerstipendium
- GA-Mittel (Zuschussprogramm)
- Innovationsassistent (Zuschussprogramm)
- Überschüsse aus dem laufenden Geschäftsbetrieb
- Barmittel (soweit vorhanden)
Oft werden diese Finanzierungsquellen miteinander kombiniert, zum Beispiel bei hohem Kapitalbedarf. Dann sinkt das Risiko für die Kapitalgeber und sie sind eher bereit ein großes Vorhaben mit zu finanzieren.
Businessplan
Eine Finanzierung beginnt nicht mit Gesprächen bei Banken und VC-Gesellschaften oder mit dem Ausfüllen von Förderanträgen. Alle Kapitalgeber erwarten als Entscheidungs- grundlage einen Businessplan, auf gut deutsch einen Geschäftsplan. Er ist die Eintrittskarte in die Welt der Geldgeber. Dieses Dokument ist vor der eigentlichen Finanzierung zu schreiben und muss ein Unternehmen überzeugend darstellen. Bei bestehenden Unternehmen, deren Geschäftsfelder den Geldgebern vertraut sind (z. B. eine Arztpraxis oder ein Ingenieurbüro), sind die Schwerpunkte im Businessplan anders zu legen als bei Unternehmen, die neue Produkte entwickeln und damit unbekannte Märkte bedienen wollen. Die Praxis zeigt, dass bei der Erstellung des Businessplans in vielen Fällen beratende Unterstützung erforderlich ist. Sowohl bei Dingen, die im Businessplan enthalten sein müssen, z. B. eine überzeugende Marktanalyse, als auch bei den Dingen, die nicht in den Businessplan gehören, z. B. zu viele technische Fachbegriffe.
Besondere Herausforderungen sind Businesspläne für Venture Capital Finanzierungen. Sie sind so zu gestalten, dass die Interessen der Investoren in hohem Maße aufgegriffen werden. Die meisten aussagefähigen Businesspläne für VC-Gesellschaften waren eine Kombination von jahrelangen Erfahrungen über die Gestaltung des Inhaltes, verbunden mit exzellenter Recherche- und Schreibarbeit in den Unternehmen. Das eigentliche Schreiben des Businessplans ist Aufgabe der Verantwortlichen im Unternehmen. Ein Businessplan kann m. E. nur überzeugend präsentiert werden, wenn die Initiatoren ihn selbst geschrieben haben. Deshalb sollten nie Berater den Text verfassen.
Da Geldgeber Finanzdaten immer im Detail prüfen, ist besonderes Augenmerk auf die Finanzplanung (Liquiditäts- und Rentabilitätsplanung) zu legen. Sie muss auch den Kapitalbedarf ausweisen. Die Erfassung der Planzahlen und die diversen Berechnungen erledige ich zusammen mit den Mandanten mit einer speziellen Software. Sie liefert sehr schnell erste Ergebnisse und stellt alle Liquiditäts- und Rentabilitätskennzahlen, Diagramme und Tabellen als Ausdruck bereit, die die Geldgeber sehen wollen.
Mehr zum Thema Businesspläne oder Geschäftspläne:
|
Struck, Uwe: Geschäftspläne |
Referenzen
Die im Folgenden genannten Personen geben Ihnen gerne telefonische Auskünfte zur durchgeführten Beratung.
|
Ableton
AG, Berlin (Akquisition von Venture Capital) |
|
OVIDIUS
GmbH (verschiedene Finanzierungsquellen) |
|
Bei
Technologieunternehmen kann meine Beratung durch das TCC-Berlin
gefördert werden. |
Links
Einen
guten Überblick über die in Berlin verfügbaren Finanzierungsquellen liefert die
„Förderfibel" der IBB.
Geben
Sie bitte auf der Webseite der IBB im Feld „Suchbegriff" den Begriff „Förderfibel" ein.
http://www.ibb.de
Die
KfW-Mittelstandsbank stellt Kreditprogramme für kleine und mittlere Unternehmen
zur Verfügung. Auf der Webseite können Sie sich mit dem dort verfügbaren
Fördermittelberater einen Überblick verschaffen.
http://www.kfw-mittelstandsbank.de
Für
Gründungswillige bietet das Bundeswirtschaftsministerium gute Informationen zum
Thema Finanzierung.
http://www.existenzgruender.de/finanzierungsplaner/
